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va bene publishing

10. April 2013

Multichanneling ist 1.0 – Omnichannel Publishing 2.0

Crossmedia und Multichanneling sind veraltete Konzepte, die auf die heutigen medialen Herausforderungen keine Antworten mehr liefern. Lösungen bietet Omnichannel Publishing  -journalistisches Story-Telling, in dem alle Kanäle zu einer einheitlichen Erlebniswelt verschmelzen.

Die Diskussion um die Zukunft von und zwischen Print, Online und Mobil beherrscht die gesamte Medienbranche. Doch was sich unter den Stichworten Crossmedia und später Multichanneling seinen Weg gebahnt hat, ist nur der hilflose Versuch, einzelne Kommunikationskanäle miteinander zu verknüpfen.

Dies funktionierte vielleicht so lange, wie sich die Hauptzielgruppe der Mediennutzer aus Menschen zusammensetzte, die diese unterschiedlichen Kanäle als Teil einer evolutionären Entwicklung wahrnahmen. Heute dagegen haben wir es zunehmend mit den Digital Natives zu tun. Für diese Nutzergruppe geht es nicht mehr darum, dass Kommunikationskanäle verknüpft werden. Medienkonsum für Digital Natives, und somit die Käufer und Entscheider von morgen, bedeutet vielmehr das völlige Verschmelzen der Kanäle zu ganzheitlichen Erlebnis- und/oder Informationswelten.

Während Verlage das Sterben altehrwürdiger Zeitungstitel beklagen und damit tatsächlich das Wegbrechen von Erlösen meinen,  entzieht sich Jüngeren die Diskussion völlig. Zeitung und bedrucktes Papier haben sich als Wortpaar für diese Altersgruppe längst voneinander gelöst. In Zeiten von User Generated Content und Social Communities ist die Frage nicht, auf welchem Trägermedium Informationen oder Entertainment zum Konsumenten kommen – sondern welche unmittelbaren Interaktionsmöglichkeiten sie ihm bieten. Der Medienkonsument von heute interessiert sich nicht mehr für die Frage, ob er das Informationsangebot nur gedruckt, am Rechner oder am Handy erhält – er ist „always on“. Medien sind für ihn dann nützlich, wenn er sie jederzeit „konsumieren“ kann.

Durch die Vielfalt dieser Interaktionsmöglichkeiten – dem permanenten Weiterleiten von Informationen in Wort, Bild und Bewegtbild oder beispielsweise dem „Sharen“ gemeinsamer Interessen und Vorlieben – entstehen im heutigen Medienzeitalter Datenmengen in bislang ungekannter Menge. Die Analyse dieser sogenannten Big Data ermöglicht den Anbietern von Inhalten, ihr Portfolio optimal auf die Profile ihrer Nutzer zuzuschneiden. Dabei ist unter Inhalten alles zu verstehen, was im Rahmen der externen Unternehmenskommunikation von Interesse für den Kunden bzw. Marken-Fan sein könnte: von neuen Produkten über Event- und Gewinnspiel-Aktionen bis hin zu Crowdsourcing- oder Charity-Projekten.

Die veränderten Mediennutzungsgewohnheiten, gekoppelt mit der Fülle verfügbarer Profilinformationen, lassen die klassischen Crossmedia- oder Multichanneling-Ansätze der Kommunikationsbranche ins Leere laufen: Nicht mehr die getrennte Betrachtung der einzelnen Kanäle kann heutzutage Kern der Kommunikationsstrategie sein, sondern nur der One-to-Many-Ansatz. Wir sprechen von Omnichannel Publishing.

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